Ganz viele Engel standen am Abend des 4. Dez. 2008 auf der Elly-Bühne und spielten voller Freude das Weihnachtsmusical „Oh (je), du schöne Weihnachtsfreude“.
Die Koproduktion der Unterstufentheater-AG und des Unterstufenchores lockte wieder einmal zahlreiche Eltern, Geschwister und Freunde ins Elly. Unter der Leitung von Frau Böttcher (Chor, Solisten und Instrumentalisten) und Frau Haas und Frau Winkler (Schauspiel) hatten die Klassen 5 und 6 in nur wenigen Monaten dieses bezaubernde Stück auf die Beine gestellt.
Das Theaterstück beginnt mit einem rockigen „Merry Christmas“, bei dem der Chor den Refrain ganz beschwingt mitsingt.

Der Weihnachtsmann (Riko Schreiber) wundert sich von seinem Wolkenhaus aus über die hektische Betriebsamkeit und Konsumlust der Erdenbewohner um die Zeit vor Weihnachten und beschließt, der Sache nachzugehen. Zu diesem Zweck schickt er seine zwei Engelreporter (Nikola Graf und Corinna Reichenberg) zu den Menschen. Sie haben den Auftrag herauszufinden, was Weihnachtsfreude für jeden Einzelnen bedeutet.
Zunächst treffen die Engel auf die gestresste Mutter, die sich wie ein Packesel fühlt, und der Meinung ist, Weihnachten gehöre abgeschafft. Eine alte Frau erinnert sich voller Wehmut an das Weihnachten von früher und kann mit der modernen Art Weihnachten zu feiern nicht viel anfangen. Sie fühlt sich alleine.
Zwischen den Interviews betonen der Chor, der Weihnachtsmann und seine beiden Gehilfen (Viktor Kilic und Linus Pfaff), wie unerhört sie all das finden.
Die nächste Interviewpartnerin ist die Bäckersfrau, die vor lauter Weihnachtsgeschäft, Bestellungen und Gutsle keine Zeit hat, die Frage des Engels zu beantworten. Auch die kleine Sina, die nur die sonnige Insel und ihr Schlauchboot im Kopf hat, und der Arbeitslose, der sich vor Weihnachten fürchtet, weil er kein Geld hat, um seinen Kindern ein Weihnachtsgeschenk zu kaufen, wissen nicht, was mit der Weihnachtsfreude passiert ist. Der verkleidete Weihnachtsmann schließlich bringt es auf den Punkt: Es handelt sich bei den ganzen Feierlichkeiten um ein mieses (Konsum-)Theater, bei dem alle mitspielen, weil keiner aus der Reihe tanzen möchte.

All dies macht den echten Weihnachtsmann entsetzlich wütend, er ruft seine Reporter zurück und konstatiert, dass es auf der Erde ein für allemal vorbei ist mit der Weihnachtsfreude.
Doch da singt der Chor das Lied vom „Frieden auf Erden“ und die Menschen halten plötzlich inne. Jeder einzelne erinnert sich an den Duft von Frischgebackenem, den Schein des Kerzenlichts, den Glanz in Kinderaugen und nimmt endlich die Weihnachtsfreude wahr. So können der Weihnachtsmann und seine Gehilfen sich doch noch über das bevorstehende Weihnachtsfest auf der Erde freuen.
Der große Unterstufenchor hat klar und hell gesungen, besonders gut gelungen ist der Kanon „Freude, Freude, Freude in der Weihnachtszeit“. Die Solisten haben ihre Stücke mit großer Ausdruckskraft und deutlicher Sprache vorgetragen. Der Chor und die Sängerinnen und Sänger wurden stimmig und präzise von einem kleinen Orchester und der Lehrerband begleitet. Die schauspielerische Leistung der Schülerinnen und Schüler war sehr beachtlich, so dass wir gespannt sein dürfen, was die nächste Produktion der Unterstufentheater-AG sein wird.
Im Anschluss an die Aufführung klang der Abend mit Glühpunsch und Snacks, die von den Abiturienten angeboten wurden, gemütlich aus.
Marion Frey