Orchesterfahrt 2009 nach Murrhart vom 30.11.-1.12.09

Bevor das Vergnügen kommt, steht Arbeit ins Haus. Das ist bei einem Orchester das gleiche wie auch sonst im Leben. Der Beginn der Orchesterfahrt war natürlich eine Probe im Musiksaal, in der wir nur alle feststellten, dass wir dringend noch mehr Zeit zum Proben brauchten. In der darauffolgenden Woche sollte das Programm im Weihnachtskonzert sitzen, aber die vielen falschen Einsätze, die schiefen Töne und die dissonanten Schlussakkorde sagten jedem: da ist noch viel zu tun.

Bei Regen machten wir uns auf in die Jugendherberge nach Murrhardt, den Koffer in der einen Hand, die Instrumente in der anderen. Einige große Instrumente durften per Auto reisen. Die entspannte Fahrt im leeren Zug –wer fährt schon morgens nach Murrhardt?- und ein kleiner Spaziergang zur Jugendherberge waren ein angenehmer Auftakt. Dieser Weg war vier Herren aus dem Orchester zu lang, so dass sie sich kurzentschlossen ein Taxi mieteten und freudestrahlend an uns vorbeifuhren. Ein folgenschwerer Entschluss!

Nach dem Mittagessen wurden die Zimmer verteilt und der Kampf mit der Bettwäsche, dem Kofferinhalt und dem Zimmerschlüssel begann. Zur Entspannung erfolgte die erste Probe, kurz unterbrochen vom Abendessen, die bis 20.30 Uhr dauerte. Dann war eine Pause nötig, denn verschiedene Formen von Lippenmuskelkater deuteten sich bei den Bläsern an und die Streicher jammerten über rote Fingerkuppen und schmerzende Arme. Zeitgleich mit dem Orchester probten die Unterstufenbands mit Herrn Fingerle, bis jeder Schlag am Schlagzeug saß. Die Solosängerinnen waren von ihren Liedern so begeistert, dass sie selbst während des Mittagessens beim Kauen weitersangen.

Die Nacht war wie nicht anders zu erwarten kurz, wobei der Schlafanteil bei den älteren Schülerinnen und Schülern deutlich höher lag. Die „Zwerge“ aus der Unterstufe hüpften noch um 2.30 Uhr fröhlich über den Flur. Wie gut, dass Lehrer im fortgeschrittenen Alter nur ein minimales Schlafbedürfnis haben!

Ein gutes Frühstück um 8.00 Uhr half in den Tag und die nächsten Proben. Wegen Krankheit war das Orchester um zwei Spieler dezimiert, der Rest hielt durch. Die Fortschritte waren deutlich zu hören. Ob Synkopen,  Achtelsequenzen, Wiederholungen, Lagenwechsel, Spitzentöne, alles ordnete sich in die Harmonie der Stücke ein. Ab da freuten wir uns auf unserer Weihnachtskonzert.

Und wie war das mit den Taxifahrern? Diese mussten vermehrt Küchendienst machen und zum Schluss die schwersten Instrumente zum Bahnhof schleppen. Aber Spaß hat es doch gemacht.

 

                                                                                                                      Nicole Böttcher