Projekt „Sprach-Kultur“ erfolgreich abgeschlossen

In der Märzwoche vom 1. bis zum 5. März 2010 machte sich eine Gruppe von 20 Schülerinnen und Schülern auf, um der Frage nachzugehen: „Warum unterhalten sich Schülerinnen und Schüler/Jugendliche nicht immer in der Geheimsprache, die sie in der Straßenbahn verwenden?“

Mit der "Geheimsprache" meinen wir natürlich deren Muttersprache (warum wir Muttersprache und nicht Vatersprache oder Elternsprache sagen, hat uns nebenbei auch kurz beschäftigt), die nicht unbedingt Deutsch ist.

Alleine auf dem Elly haben wir Mitschülerinnen und Mitschüler mit über 15 verschiedenen Muttersprachen gezählt.

Diese haben wir dann zum Teil auch interviewt und viele von ihnen berichteten, dass sie zu Hause oder mit ihren Freunden, die auch ihre Muttersprache beherrschen, häufig diese Sprache verwenden, in der Schule reden die meisten aber deutsch. Manche Jugendliche lehnen es aber auch ab, die Sprache ihrer Eltern zu verwenden. Dies hat dann etwas mit Sprachprestige zu tun. Und dass man ganz selten nur beide Sprachen perfekt beherrscht, liegt daran, dass es immer eine so genannte "starke Sprache" gibt.

Den theoretischen Hintergrund zum Thema "Zwei- bzw. Mehrsprachigkeit" hat uns Frau Dr. Nauwerck von der PH Ludwigsburg vermittelt, die viel zu diesem Thema geforscht hat und unsere Fragen sehr anschaulich beantworten konnte.

In unserem Film "Den Leuten aufs Maul geschaut" kommen neben Schülerinnen und Schülern vom Elly auch Menschen zu Wort, deren Muttersprache Tamilisch oder Urdu ist. Wir fanden es sehr beeindruckend, wie viele unserer Interviewpartner ganz selbstverständlich zwischen zwei oder mehreren Sprachen wechselten. Der Fachbegriff hierfür heißt "code switching".

Videoschnitt

Beim Filmen (und vor allem beim Schnitt) stand uns Bernhard Kahrmann zur Seite, ein Stuttgarter Künstler und Stipendiat des Künstlerhauses Stuttgart.

 

Während der Märzwoche beschäftigten wir uns noch mit den Dialekten in Deutschland und hielten in einem Forscherbuch fest, wie Fremdsprachenunterricht in der Schule gestaltet sein muss, damit er effektiv ist und Spaß macht.

 

Marion Frey