"Ei! – Käse! – Lasagne! – Krustenbraten! – Pfifferlingsragout!“
Eine exzentrische Menüabfolge? Weit gefehlt, das ist Sprachkunst spontan "performt“ von einer Gruppe LehrerInnen und SchülerInnen, die auf dem 4. Berliner Netzwerktreffen der Kultur.Forscher! am Workshop eines "Poetryslammers“ teilnahmen.
Neue Erfahrungen machen, darum geht es auf den Netzwerktreffen der Kultur.Forscher! in Berlin – und noch um einiges mehr.
Schon zum vierten Mal fanden sich vom 25.-27. November Kultur.Forscher! aus allen teilnehmenden Städten und Schulen zum Netzwerktreffen in Berlin ein. Diesmal waren es über 100 LehrerInnen, SchülerInnen und VertreterInnen außerschulischer Partner.
Da Frau Böttcher, die am Elly die Kultur.Forscher!- Arbeit koordiniert, verhindert war, reisten Yvonne Vollmer und Kirsten Esser als Vertreterinnen des Elly nach Berlin.

Ein Ziel der Netzwerktreffen ist es, über die regionalen Grenzen hinaus Einblicke in die Arbeit der jungen Kultur.forscher! zu ermöglichen. Jugendliche aus Rostock, Dresden, Frankfurt, München und vielen anderen Städten sind inzwischen mit dem Kultur.Forscher!-Virus infiziert. Und die Vielfalt der Projekte ist beeindruckend – ob es um Theater im öffentlichen Raum, Erforschung des Weinbaus oder die Auseinandersetzung mit dem Heimatbegriff geht.
Fester Bestandteil der Netzwerktreffen sind auch Workshops, die SchülerInnen und LehrerInnen neue Impulse für aktuelle oder zukünftige Forscherprojekte bieten. "Sprachkunst“ oder "Klangwelten“, "öffentlicher Raum“ oder "Schauspiel“ lauteten nur einige Workshoptitel, die die TeilnehmerInnen vor die Qual der Wahl stellten.
Doch nicht nur Austausch und neue Anregungen stehen im Mittelpunkt der Netzwerktreffen. Stets werden auch Fragen diskutiert, die mit "Kultur.Forscher!" als neuer Form des Forschens und Lernens in Verbindung stehen. So wurde diesmal überlegt, wie sich Kultur.Forscher! mit den Ansprüchen der Regelschule vereinbaren lässt, die immer noch durch Noten geprägt ist.
Alternative Bewertungsmöglichkeiten wurden unter die Lupe genommen, die Rückmeldung über einen individuellen Lernprozess erlauben.
Eine wichtige Frage auf dem Netzwerktreffen war auch, wie es nach 2011 – dem offiziellen Ende des bundesweiten Kultur.Forscher!-Projektes – weitergehen soll. Denn der neue Geist, der durch Kultur.Forscher! in die Schule eingezogen ist, soll erhalten bleiben: Da waren sich alle Beteiligten und somit auch die beiden Vertreterinnen des Elly einig.
Nach zwei Tagen voller Eindrücke, Begegnungen und Impulse stärkten sich die Kultur.Forscher! noch einmal bei Gnocchi, Kalbsbraten und Tortellini. Diesmal ganz ohne Sprachkunst. Aber mit vielen Anregungen und Ideen für die zukünftige Arbeit im Hinterkopf.
Kirsten Esser