HOST FAMILIES 2

Unsere erste Woche verbrachten wir, da noch Schulferien waren, fast vollständig ohne größeren
Kontakt zu anderen Austauschschülern bei den jeweiligen Gastfamilien. Nachdem man sich nach
der Ankunft am Flughafen schon ein wenig mit der neuen Familie vertraut gemacht hatte und ers-
te englische Sätze sprach, begann für die meisten bereits am nächsten Tag das von jeder Familie
individuell organisierte Programm.

Einige flogen mit dem nächsten Flieger zum "Great Barrier Reef" oder nach Cairns, manche machten einen Ausflug zur Hauptstadt Canberra oder in die Berge zum Skifahren, und wieder andere blieben in Sydney und besichtigten die Sehenswürdigkeiten. Die anfängliche Angst, es könnte mit dem Englisch nicht klappen oder die "host families" würden nicht nett sein, war schnell verflogen; das Reden kam nach ein paar Tagen bei allen wie von selbst, man wurde oft gelobt wegen beeindruckend gutem Sprachverständniss, die Austauschpartner erwiesen sich darüber hinaus als sehr nett und hilfsbereit.

Erstaunlich war jedoch, dass sich das Essen wider Erwarten nicht sonderlich von der deutschen Küche unterschied. Das von vielen gefürchtete "vier-Wochen-nur-Hünchen-Menü" kam zum Glück nicht vor, Salate und Gemüse waren täglich eine Selbstverständlichkeit. Dazu war das Verhalten untereinander in der Familie aber eine interessante Sache für sich. Ausgelassene Späße der Väter gegenüber den Kindern waren täglich zu hören, lockere Sprüche der Söhne gegenüber den Eltern kamen immer wieder mal vor. Man bekam das berühmte australische "easy-going" förmlich positiv zu spüren!
Nachdem dann die erste Woche vorbei war, erzählten alle beim ersten Zusammentreffen in der
Shore-Jungenschule voller Euphorie von den ersten Erlebnissen. Nahezu alle Australier wurden für
einen sehr guten, gastfreundlichen Empfang gelobt.

Wir hoffen diese Gastfreundschaft im Dezember genauso gut erwidern zu können und sind sicher,
dass auch die australischen Schüler hier in Deutschland eine unvergessliche Zeit haben werden.

                                                                                                                              Arthur Miller