Am 19. Mai 2009 wurden die Zuschauer am Elly von der "Kleinen Hexe" in die Hexenzauberkunst eingeweiht.
Die Unterstufentheater-AG unter der Leitung von Claudia Haas und Dorothee Winkler führte Otfried Preußlers Kinderbuchklassiker in einer schwungvollen und fantasiereichen Inszenierung auf. Dabei wurde die Theatergruppe musikalisch bestens durch den Unterstufenchor unterstützt.
Die kleine Hexe (zauberhauft verkörpert durch Corinna Reichenberg) hat ein Problem: Da sie erst einhundertsiebenundzwanzigeinhalb Jahre alt ist, gehört sie noch zu den Kleinen und darf an Walpurgisnacht nicht mit den anderen, den "echten" Hexen auf dem Blocksberg tanzen.
Derweil hüpfen diese zu bedrohlicher Musik ums Hexenfeuer und vollführen auf ihren Besen tollkühne Kunststücke. Den Regeln trotzend schleicht sich die kleine Hexe heimlich zu der Hexenfeier und wird natürlich prompt vun Rumpumbel erwischt. Die großen Hexen (hier ganz groß die Oberhexe Paula Bartels) denken sich eine giftige und saftige Strafe für sie aus, da sie sich diese Unverfrorenheit nicht gefallen lassen können.
Sie nehmen ihren Hexenbesen weg und die kleine Hexe muss den weiten Heimweg zu Fus antreten. Zudem bekommt sie die Auflage, im kommenden Jahr zu einer guten Hexe zu werden, dann werde man sie nach einer angemessenen Prüfung in der nächsten Walpurgisnacht mitmachen lassen.
Nach tagelangem Fußmarsch endlich zuhause angekommen, muss sich die kleine Hexe von ihrem klugen sprechenden Raben Abraxas (wunderbar gelassen: Linus Pfaff) eine Standpauke über ihr Verhalten anhören. Nichtsdestotrotz bringt er ihr ein Fußbad und steht ihr fortan bei ihrem Vorhaben, eine gute Hexe zu werden, mit Rat und Tat zur Seite.
Und was sich die kleine Hexe nicht alles einfallen lässt: Mäusedreck und Tintenklecks ... hex, hex, hex! Mit ihrem Zauberspruch hilft sie den alten Frauen, die kein Reisig finden, indem sie einen Wind heraufbeschwört. Den verirrten Kindern gibt sie nicht nur etwas zu essen und zu trinken, sondern füllt ihnen auch noch den Korb mit Pilzen.

Auch wenn Hexen freitags eigentlich Hexensonntag haben, verhext die kleine Hexe den bösen Förster (präsent und vielseitig: Florine Warsönke). Auch auf dem Markt hilft sie der kleinen Papierblumenverkäuferin Sina und dem Maronimann.

Selbst dem brutalen Pferdehändler (durchweg böse in ihrer Rolle: Lena Simanidou) verpasst sie mit ihrem Hexentrick einen Denkzettel.
Schließlich lädt Rumpumbel die kleine Hexe vor den Hexenrat, sie soll beweisen, dass aus ihr eine gute Hexe geworden ist. Vor dem Hexenrat stellt sich jedoch heraus, dass die kleine Hexe hier etwas durcheinander gebracht hat - denn nur wer Böses hext, kann eine gute Hexe sein. Die großen Hexen verwehren ihr abermals die Teilnahme an Walpurgisnacht, dieses Unrecht kann die kleine Hexe aber nicht auf sich sitzen lassen. Sie hext die Besen der großen Hexen in ihren Wald, verbrennt diese und feiert daraufhin mit all ihren Freunden ein großes Fest.
Die circa einstündige Aufführung war durch das packende Schauspiel der Aktuere und das ideenreiche Bühnenbild sowie die aussagekräftigen Kostüme sehr unterhaltsam. Das Publikum feierte den Unterstufenchor unter der Leitung von Anne Hertweck und Yvonne Vollmer und die Theater-AG mit stürmischem Beifall. Wir freuen uns schon auf die nächste Vorstellung, die dann bereits auf der neu gestalteten Bühne stattfinden wird. Über den Sommer kann dank der zahlreichen Spenden und mit finanzieller Hilfe der Stadt Stuttgart endlich die veraltete Licht- und Tonanlage durch eine moderne ersetzt und eine Projektionsleinwand angebracht werden.
Marion Frey